Ursachen
Mögliche Ursachen für die Entstehung eines Granuloms nach
Faltenunterspritzung im Gesicht
(sog. 3-P-Ursachen-Regel: Product – Procedure - Patient)
Die lokalen Komplikationsmöglichen nach Faltenunterspritzungen
im Gesicht können durch das verwendete Produkt, durch Fehler beim
Anwender sowie eine falsche Patientenauswahl bedingt sein.
| Produktspezifische Komplikationen
(Product) |
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Produktspezifische Komplikationen beziehen sich zunächst auf die Unterteilung
in resorbierbare und nicht resorbierbare Produkte. Anhand der eingerichteten
Datenbank, in der lokale Komplikationen nach Faltenunterspritzungen dokumentiert
und untersucht werden, fand sich bei 70,4% der Patienten mit Komplikationen nach
Faltenunterspritzung ein nicht resorbierbares Injektionsmaterial
und in 29,6% ein resorbierbarer Filler.
Die produktspezifischen Risiken, lokale Komplikation nach
Filler-Injektion hervorzurufen, liegen in der Resorbierbarkeit
des verwendeten Materials, |

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| in seinem Metabolismus,
möglicherweise im Vernetzungsgrad bei Hyaluronsäuren,
in der Qualität der Suspensionsherstellung bei Polymilchsäure,
im Reinheitsgrad z. B. von Silkon-Öl und im Phagozytoserisiko
acrylatfragmenthaltiger Suspensionen. |
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Anwenderspezifische Komplikationen (Procedure)
Anwenderspezifische Fehler liegen in einer mangelnden Ausbildung,
da zwar juristisch Kosmetikerinnen eine Faltenunterspritzung untersagt
wurde, jedoch sämtliche medizinischen Disziplinen und auch Heilpraktiker
eine Faltenunterspritzung durchführen dürfen. Bei mangelnder
Erfahrung des Anwenders kann es durch die Verwendung einer zu großen
Filler-Menge, der falschen Auswahl des zu unterspritzenden Hautareals,
einer falschen Injektionstechnik und – tiefe und bei Verwendung
einer falschen Nadelgröße unabhängig vom verwendeten
Material zu einer lokalen Komplikation mit Bildungen von Knoten oder
Granulomen kommen. Zusätzlich müssen Hautbegleitbehandlungen
wie chemisches Peeling, Laserablation und Dermabrasio im Zusammenhang
mit dem Auftreten von Komplikationen nach Filler-Injektion berücksichtigt
werden.
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Patientenspezifische Komplikationen (Patient)
Ein weiteres Kriterium, das bisher noch sehr wenig untersucht worden
ist, betrifft die richtige Patientenauswahl. So werden Komplikationen
nach Faltenunterspritzungen nach Jahren komplikationsloser Inkooperation,
nach Absetzen einer Hormonmedikation und neu auftretend in einer Schwangerschaft
gesehen. Ebenso gibt es Hinweise dafür, dass möglicherweise
eine systemische Autoimmunerkrankung durch Verwendung einer Acrylatfragment-Hyaluronsäure-Suspension
ausgelöst werden könnte. Auf diesem Gebiet sind dringend
weitere Grundlagenforschungsanstrengungen notwendig.
Bei der richtigen Patientenauswahl sind der Immun- und Hormonstatus,
Allergien, Hautbegleiterkrankungen, Pflegezustand der Haut, Medikamenteneinnahme
sowie Keloidneigungen zu berücksichtigen.
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